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Finanz-Jahrescheck: 12 Punkte, die du einmal im Jahr prüfen solltest

3. Sept.
5 Min. Lesezeit

Einmal im Jahr solltest du nicht nur deinen Kalender, sondern auch deine Finanzen aufräumen. Denn im Laufe von zwölf Monaten verändern sich Einkommen, Ausgaben, Verträge, Sparziele und persönliche Lebensumstände oft stärker, als man denkt.

Ein Finanz-Jahrescheck hilft dir dabei, genau diese Veränderungen sichtbar zu machen. Dabei geht es nicht darum, jede einzelne Ausgabe zu analysieren oder stundenlang Tabellen auszufüllen. Viel wichtiger ist der große Überblick: Was kommt rein? Was geht raus? Wie gut bist du für unerwartete Ausgaben aufgestellt? Und passt deine finanzielle Strategie noch zu deinen Zielen?

Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt, Einnahmen und Ausgaben regelmäßig gegenüberzustellen und dabei beispielsweise Kontoauszüge, Versicherungsunterlagen und laufende Verträge einzubeziehen. Mit diesen 12 Punkten kannst du deinen persönlichen Finanz-Jahrescheck strukturiert und ohne großen Aufwand durchführen.


Finanz-Jahrescheck: 12 Punkte, die du einmal im Jahr prüfen solltest

1. Einnahmen überprüfen

Starte mit der einfachsten Frage: Wie viel Geld steht dir tatsächlich zur Verfügung?

Schau dir an, wie sich dein Einkommen im vergangenen Jahr entwickelt hat. Gab es eine Gehaltserhöhung, einen Jobwechsel, einen Nebenverdienst oder andere regelmäßige Einnahmen?

Vergleiche anschließend deine aktuelle Situation mit dem Vorjahr. Vielleicht verdienst du heute mehr, hast aber gleichzeitig höhere laufende Kosten. Genau solche Veränderungen sind wichtig, um deine finanzielle Situation realistisch einzuschätzen.


2. Ausgaben unter die Lupe nehmen

Jetzt wird es interessant: Wofür hast du dein Geld ausgegeben?

Du musst dafür nicht jede einzelne Tasse Kaffee analysieren. Viel sinnvoller ist es, die großen Ausgabenbereiche zu betrachten. Dazu gehören beispielsweise Wohnen, Mobilität, Versicherungen, Freizeit, Reisen und größere Anschaffungen.

Ein Haushaltsbuch oder eine Einnahmen-Ausgaben-Übersicht kann dabei helfen, Muster zu erkennen und Sparpotenziale aufzudecken. Besonders interessant sind Ausgaben, die regelmäßig anfallen. Ein Streaming-Abo mag einzeln kaum ins Gewicht fallen – mehrere ungenutzte Abos können sich über ein Jahr jedoch deutlich summieren.


3. Fixkosten reduzieren

Fixkosten sind besonders spannend, weil sie sich regelmäßig wiederholen. Dazu zählen beispielsweise Miete, Strom, Internet, Versicherungen, Mobilfunkverträge oder Mitgliedschaften. Gehe deine Verträge einmal bewusst durch und frage dich bei jedem Posten: Brauche ich das noch? Und gibt es inzwischen eine günstigere Alternative?

Gerade bei Verträgen und Versicherungen kann sich ein jährlicher Vergleich lohnen. Nicht jede Einsparung muss dabei mit Verzicht verbunden sein. Oft geht es lediglich darum, bestehende Verträge an die aktuelle Situation anzupassen.


4. Notgroschen überprüfen

Ein finanzielles Polster gibt dir Sicherheit, wenn plötzlich eine größere Rechnung ins Haus flattert oder sich deine persönliche Situation verändert. Prüfe deshalb, ob dein Notgroschen noch zu deinen aktuellen monatlichen Ausgaben passt. Wenn deine Lebenshaltungskosten inzwischen deutlich gestiegen sind, sollte auch deine Rücklage entsprechend angepasst werden. Das Geld für kurzfristige Notfälle sollte dabei schnell verfügbar sein und nicht von kurzfristigen Kursschwankungen an den Finanzmärkten abhängig sein.


5. Sparquote kontrollieren

Wie viel Geld sparst du eigentlich jeden Monat?

Diese Frage ist wichtiger, als sie zunächst klingt. Denn eine gute Finanzplanung besteht nicht nur darin, weniger auszugeben. Es geht auch darum, regelmäßig Geld für zukünftige Ziele zurückzulegen. Schau dir an, ob deine Sparrate noch zu deinem Einkommen und deinen Zielen passt. Vielleicht kannst du sie nach einer Gehaltserhöhung etwas erhöhen. Oder du stellst fest, dass eine vorübergehend niedrigere Sparrate sinnvoll ist, weil eine größere Anschaffung bevorsteht.Wichtig ist, dass deine Sparziele realistisch und langfristig durchhaltbar sind.


6. Altersvorsorge auf den Prüfstand stellen

Die Altersvorsorge gehört zu den Punkten, die man gerne auf später verschiebt. Genau deshalb sollte sie mindestens einmal im Jahr auf deiner Checkliste stehen. Überlege, welche Ansprüche du bereits hast und welche zusätzliche private oder betriebliche Vorsorge du betreibst. Prüfe außerdem, ob deine monatlichen Beiträge noch zu deinem Einkommen und deinen langfristigen Zielen passen. Bei der Geldanlage spielen unter anderem Anlagehorizont, Risiko, Kosten und Diversifikation eine wichtige Rolle. Der Jahrescheck ist ein guter Zeitpunkt, um sich diese Punkte wieder bewusst zu machen.


7. Investments und Depot überprüfen

Wenn du investierst, solltest du dein Depot nicht jeden Tag kontrollieren müssen. Ein jährlicher Check kann jedoch sinnvoll sein. Schau dir an, ob deine aktuelle Aufteilung noch zu deiner Anlagestrategie passt. Hat sich dein Anlagehorizont verändert? Haben sich deine finanziellen Ziele verändert?

Dabei sollte es weniger darum gehen, kurzfristige Kursbewegungen vorherzusagen. Viel wichtiger ist die Frage, ob deine grundsätzliche Strategie noch zu dir passt. Auch die Kosten solltest du im Blick behalten. Niedrige Kosten und eine breite Streuung gehören zu den wichtigen Faktoren beim langfristigen Vermögensaufbau.


8. Versicherungen aktualisieren

Eine Versicherung, die vor drei Jahren perfekt gepasst hat, muss heute nicht automatisch noch passend sein. Ein Umzug, eine Hochzeit, Kinder, ein neuer Beruf oder der Kauf einer Immobilie können deinen Versicherungsbedarf verändern. Deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Versicherungscheck. Gehe deine bestehenden Policen durch und prüfe, welche Risiken tatsächlich abgesichert sind. Gleichzeitig solltest du darauf achten, nicht für Versicherungen zu bezahlen, die du inzwischen gar nicht mehr benötigst.


9. Kredite und Schulden überprüfen

Falls du Kredite hast, gehört auch deren Entwicklung in den Jahrescheck.

Wie hoch ist die aktuelle Restschuld? Wie lange läuft der Kredit noch? Gibt es Möglichkeiten für Sondertilgungen? Und wie hoch sind die tatsächlichen Zinskosten?

Gerade bei mehreren Krediten kann es sinnvoll sein, die verschiedenen Zinssätze und Laufzeiten einmal gegenüberzustellen. So bekommst du ein klares Bild davon, welche Verbindlichkeiten besonders teuer sind und welche Priorität bei der Rückzahlung haben sollten.


10. Konten, Depots und Gebühren kontrollieren

Kleine Gebühren werden gerne übersehen – schließlich erscheinen wenige Euro im Monat zunächst nicht dramatisch. Über ein ganzes Jahr betrachtet sieht das allerdings anders aus. Prüfe deshalb deine Konten und Depots auf laufende Gebühren sowie zusätzliche Kosten für bestimmte Leistungen. Auch alte Konten, die du kaum noch verwendest, solltest du kritisch hinterfragen. Ein regelmäßiger Finanzcheck kann dabei helfen, unnötige Kosten aufzuspüren.


11. Steuerliche Themen nicht vergessen

Der Finanz-Jahrescheck ist auch eine gute Gelegenheit, steuerliche Themen zu sortieren.

Sammle wichtige Unterlagen und prüfe, welche Ausgaben oder finanziellen Sachverhalte für deine Steuererklärung relevant sein könnten. Auch Spenden, bestimmte berufliche Ausgaben oder haushaltsnahe Dienstleistungen können eine Rolle spielen. Gerade zum Jahresende können bestimmte Entscheidungen zeitlich relevant sein. Deshalb lohnt es sich, steuerliche Themen nicht erst dann anzugehen, wenn die Steuererklärung ansteht. Bei individuellen Steuerfragen solltest du im Zweifel professionelle steuerliche Beratung nutzen.


12. Finanzielle Ziele für das neue Jahr festlegen

Zum Abschluss geht es nicht nur darum, zurückzuschauen. Entscheidend ist, was du mit deinen Erkenntnissen machst. Setze dir zwei oder drei konkrete finanzielle Ziele für die kommenden zwölf Monate. Vielleicht möchtest du deinen Notgroschen erhöhen, einen bestimmten Betrag investieren, einen Kredit schneller zurückzahlen oder für eine größere Anschaffung sparen. Je konkreter dein Ziel ist, desto leichter lässt es sich verfolgen. Statt „Ich möchte mehr sparen“ könnte dein Ziel beispielsweise lauten: „Ich möchte in den nächsten zwölf Monaten 3.000 Euro für meine Rücklagen zurücklegen.“

So wird aus einem guten Vorsatz ein konkreter Finanzplan.


Wie viel Zeit solltest du für den Finanz-Jahrescheck einplanen?

Du musst dafür keinen kompletten Sonntag opfern. Für einen ersten Überblick reichen oft 60 bis 90 Minuten. Lege dafür deine Kontoauszüge, Versicherungsunterlagen, Kreditinformationen und gegebenenfalls Depotübersichten bereit. Anschließend arbeitest du die zwölf Punkte Schritt für Schritt durch. Besonders hilfreich ist es, die Ergebnisse mit dem Vorjahr zu vergleichen. So erkennst du nicht nur deine aktuelle Situation, sondern auch, wie sich deine Finanzen entwickelt haben.


Der wichtigste Punkt: Nicht alles auf einmal verändern

Ein Finanz-Jahrescheck soll dir Klarheit verschaffen – keinen zusätzlichen Stress.

Wenn du dabei zehn Dinge findest, die du verbessern könntest, musst du nicht alle sofort angehen. Konzentriere dich lieber auf die Maßnahmen mit dem größten Effekt. Ein teurer Vertrag, eine zu geringe Sparrate oder hohe Kreditkosten können finanziell wesentlich relevanter sein als viele kleine Alltagsausgaben. Auch der WDR empfiehlt beim Jahrescheck, besonders auf größere Ausgaben und Verträge zu schauen, da dort häufig die größeren Sparpotenziale liegen.


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