Rürup-Rente (Basisrente): Für wen passt sie? Vorteile, Nachteile und wichtige Tipps

Die gesetzliche Rente wird für viele Menschen allein nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Deshalb stellt sich früher oder später die Frage: Wie kann ich zusätzlich für meine Rente vorsorgen?
Eine Möglichkeit ist die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt. Sie wurde ursprünglich vor allem für Selbstständige entwickelt, kann aber auch für bestimmte Angestellte und Freiberufler interessant sein. Besonders attraktiv ist die steuerliche Förderung – gleichzeitig bringt die Rürup-Rente einige Besonderheiten mit sich, die man vor dem Abschluss kennen sollte. Denn die entscheidende Frage lautet nicht: „Ist die Rürup-Rente gut oder schlecht?“ Viel wichtiger ist: Passt sie zu meiner persönlichen finanziellen Situation und meinen Vorsorgezielen?
In diesem Artikel schauen wir uns an, wie die Rürup-Rente funktioniert, für wen sie interessant sein kann und welche Vor- und Nachteile du kennen solltest.
Was ist die Rürup-Rente?
Die Rürup-Rente ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge. Sie wird auch Basisrente genannt und wurde nach dem Ökonomen Bert Rürup benannt. Das Grundprinzip ist relativ einfach: Du zahlst regelmäßig oder flexibel Beiträge in einen Basisrentenvertrag ein. Diese Beiträge können innerhalb bestimmter gesetzlicher Grenzen steuerlich als Altersvorsorgeaufwendungen berücksichtigt werden.
Im Ruhestand wird das angesparte Kapital grundsätzlich nicht auf einmal ausgezahlt. Stattdessen erhältst du eine lebenslange monatliche Rente. Genau diese Kombination aus steuerlicher Förderung und lebenslanger Rentenzahlung macht die Basisrente für bestimmte Personengruppen interessant. Gleichzeitig ist das angesparte Geld deutlich weniger flexibel verfügbar als beispielsweise bei einem normalen Wertpapierdepot.
Für wen kann sich die Rürup-Rente besonders lohnen?
Besonders interessant ist die Rürup-Rente häufig für Selbstständige und Freiberufler, die nicht oder nur teilweise in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Sie können mit der Basisrente eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen und gleichzeitig von der steuerlichen Behandlung der Beiträge profitieren.
Auch für Angestellte mit einem hohen zu versteuernden Einkommen kann eine Basisrente unter bestimmten Voraussetzungen interessant sein. Je höher der persönliche Steuersatz und je größer der gewünschte Vorsorgebeitrag, desto stärker kann die steuerliche Entlastung ins Gewicht fallen. Für die individuelle Entscheidung spielt allerdings nicht nur das Einkommen eine Rolle. Ebenso wichtig sind Alter, bisherige Altersvorsorge, berufliche Situation, gewünschter Rentenbeginn und die persönliche Einstellung zur finanziellen Flexibilität.
Der große Vorteil: steuerliche Förderung
Einer der wichtigsten Gründe, warum sich Menschen für eine Rürup-Rente entscheiden, ist

die steuerliche Förderung. Beiträge zur Basisversorgung können im Rahmen der gesetzlichen Höchstbeträge als Sonderausgaben berücksichtigt werden. Dabei ist seit 2023 grundsätzlich der vollständige Höchstbetrag als Altersvorsorgeaufwand steuerlich abziehbar. Der konkrete Steuervorteil hängt jedoch von deiner individuellen Situation ab.
Das Prinzip dahinter: Du kannst heute durch deine Beiträge möglicherweise deine steuerliche Belastung reduzieren. Im Gegenzug werden die späteren Rentenzahlungen im Ruhestand nach den dann geltenden gesetzlichen Regeln besteuert. Die Rürup-Rente folgt damit grundsätzlich dem Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Wichtig ist deshalb, nicht einfach nur auf die mögliche Steuerersparnis im Einzahlungsjahr zu schauen. Entscheidend ist vielmehr, wie sich die steuerliche Belastung über die gesamte Laufzeit entwickelt.
Was passiert mit dem Geld im Ruhestand?
Das angesparte Kapital wird bei einer Basisrente grundsätzlich in Form einer lebenslangen monatlichen Rente ausgezahlt. Eine freie Auszahlung des gesamten angesparten Kapitals ist grundsätzlich nicht vorgesehen. Das kann ein Vorteil sein, wenn du dir im Alter eine regelmäßige zusätzliche Einnahmequelle sichern möchtest. Gleichzeitig bedeutet es aber auch weniger Flexibilität. Wer beispielsweise im Ruhestand einen größeren Betrag für eine Immobilie, eine Reise oder eine andere Anschaffung benötigt, kann nicht einfach auf das gesamte Rürup-Guthaben zugreifen. Die Basisrente ist deshalb vor allem auf langfristige Altersvorsorge ausgerichtet – und weniger auf kurzfristige finanzielle Flexibilität.
Die Nachteile der Rürup-Rente
So attraktiv die steuerlichen Vorteile sein können, die Basisrente hat auch einige Nachteile.
Der wohl wichtigste Punkt ist die eingeschränkte Verfügbarkeit. Das angesparte Kapital kann grundsätzlich nicht einfach vor dem Rentenbeginn frei entnommen werden. Auch eine Kündigung mit Auszahlung des vorhandenen Guthabens ist bei einer klassischen Basisrente nicht wie bei einem gewöhnlichen Sparvertrag möglich. Hinzu kommen je nach Vertrag Kosten, beispielsweise für Abschluss, Verwaltung oder bestimmte Anlagebausteine. Diese Kosten können die langfristige Rendite deutlich beeinflussen. Deshalb solltest du vor Vertragsabschluss genau prüfen, welche Gebühren anfallen. Auch die steuerliche Behandlung sollte langfristig betrachtet werden. Eine heutige Steuerersparnis bedeutet nicht automatisch, dass die Rürup-Rente insgesamt die günstigste Altersvorsorge für dich ist.
Rürup-Rente oder ETF-Sparplan?

Für viele Anleger stellt sich die Frage, ob sie lieber eine Basisrente abschließen oder selbst über einen ETF-Sparplan für das Alter investieren sollten. Beide Varianten haben unterschiedliche Eigenschaften. Ein ETF-Sparplan bietet in der Regel deutlich mehr Flexibilität. Du kannst die Sparrate verändern, pausieren oder dein Depot unter bestimmten Voraussetzungen jederzeit auflösen. Dafür gibt es keine vergleichbare steuerliche Förderung der Einzahlungen wie bei der Basisrente. Bei der Rürup-Rente steht dagegen die steuerlich begünstigte Altersvorsorge im Mittelpunkt. Dafür musst du mit einer deutlich stärkeren Bindung des Kapitals leben. Welche Variante besser ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind unter anderem Einkommen, Steuersatz, Alter, Anlagehorizont und dein Bedarf an finanzieller Flexibilität.
Was sollte man vor dem Abschluss prüfen?
Wer eine Rürup-Rente in Betracht zieht, sollte sich nicht ausschließlich von einer möglichen Steuerersparnis überzeugen lassen. Ein genauer Blick auf den Vertrag ist entscheidend. Besonders wichtig sind die Gesamtkosten, die Anlageform und die langfristig erwartbare Entwicklung des Vertrags. Auch solltest du prüfen, wie flexibel sich Beiträge anpassen lassen und welche Regelungen für den Rentenbeginn gelten. Bei fondsgebundenen Basisrenten lohnt sich außerdem ein Blick darauf, in welche Fonds oder ETFs investiert werden kann und welche laufenden Kosten dabei entstehen. Eine professionelle Beratung kann bei komplexen persönlichen Situationen sinnvoll sein. Gleichzeitig solltest du darauf achten, Empfehlungen und Kosten transparent nachvollziehen zu können.
Für wen ist die Rürup-Rente eher weniger geeignet?
Weniger passend kann die Basisrente für Menschen sein, die ihr Geld flexibel verfügbar halten möchten oder nur geringe steuerpflichtige Einkünfte haben. Auch wer bereits über eine sehr gute Altersvorsorge verfügt und keinen zusätzlichen Bedarf an einer steuerlich geförderten Basisversorgung hat, sollte genau prüfen, ob ein weiterer Vertrag tatsächlich einen Mehrwert bringt. Besonders wichtig ist außerdem, vor Abschluss ausreichend Liquiditätsreserven aufzubauen. Eine Altersvorsorge sollte nicht dazu führen, dass du bei unerwarteten Ausgaben finanziell unter Druck gerätst.
Fazit: Basisrente, eine Frage der persönlichen Situation
Die Rürup-Rente ist weder ein Geheimtipp für jeden noch grundsätzlich ein schlechtes

Vorsorgeprodukt. Sie kann vor allem für Selbstständige, Freiberufler und Menschen mit höherem Einkommen interessant sein, die langfristig für das Alter vorsorgen und von steuerlichen Vorteilen profitieren möchten. Dem stehen allerdings eingeschränkte Flexibilität, mögliche Vertragskosten und die spätere Besteuerung der Rentenzahlungen gegenüber. Deshalb sollte die Entscheidung nicht allein nach dem Motto „Steuern sparen = gute Altersvorsorge“ getroffen werden. Sinnvoller ist es, die Basisrente als einen Baustein der gesamten Finanzplanung zu betrachten und sie mit anderen Möglichkeiten wie gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersvorsorge oder einem privaten Depot zu vergleichen. Die beste Altersvorsorge ist letztlich nicht die mit den meisten Versprechen, sondern die, die zu deinem Einkommen, deinen Zielen und deinem Leben passt.




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